| UN-Klimasekretär sieht Fortschritt bei Verhandlungen zum Klimaschutz |
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| Samstag, den 10. Oktober 2009 um 09:08 Uhr |
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De Boer lobt "konstruktive" Gespräche in Bangkok Bangkok, Oktober (AFP) - Die Klimaschutzverhandlungen in Bangkok machen nach Angaben von UN-Klimasekretär Yvo de Boer Fortschritte. Die Diskussionen über das geplante neue Klimaschutzabkommen seien so "konstruktiv" wie seit zwei Jahren nicht mehr, sagte de Boer am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Zugleich erneuerte er seinen Appell an die Industrieländer, ehrgeizige Anstrengungen zur Senkung ihrer CO2-Emission zu unternehmen. Ohne ambitionierte Ziele der reichen Länder und ein beachtliches Finanzierungsangebot werde das "gesamte Gebäude zusammenstürzen", warnte de Boer in der thailändischen Hauptstadt. Allerdings lobte er die "konstruktive Diskussion", die weltweit über die Finanzierung des Klimaschutzes in Gang gekommen sei. Der Chef des UN-Klimasekretariats bezweifelte aber, dass die Industrieländer sich vor dem Welt-Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen darauf festlegen werden, wieviel Geld sie den ärmeren Ländern für den Kampf gegen den Klimawandel zur Verfügung stellen werden. Die UNO geht für das Jahr 2020 von einem Bedarf von mehreren hundert Millionen Dollar aus. Bewegung gibt es de Boer zufolge auch bei der Frage, inwieweit die Emissionsziele des 2012 auslaufenden Kyoto-Protokolls in das neue Abkommen integriert werden sollen. Das Kyoto-Protokoll sieht vor, dass die Industriestaaten ihren Treibhausgasausstoß bis zum Jahr 2012 um insgesamt fünf Prozent verglichen mit dem Stand von 1990 verringern. Während Schwellenländer wie China und Indien eine Erneuerung der Kyoto-Ziele fordern, wollen Industrieländer einige der alte Vorgaben für das neue Abkommen übernehmen. In Bangkok bereiten Delegierte aus 180 Ländern noch bis Freitag den Welt-Klimagipfel in Kopenhagen vor. Dort soll im Dezember ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll beschlossen werden. Für Anfang November ist ein weiteres Vorbereitungstreffen in Barcelona angesetzt. Die Internationale Energieagentur (IEA) forderte die Industriestaaten unterdessen zu stärkeren Anstrengungen zum Klimaschutz auf. Die USA und Europa müssten ihre Emissionen an Kohlendioxid bis 2020 deutlich stärker reduzieren als zurzeit geplant, sagte der Chefökonom der in Paris ansässigen Agentur, Fatih Birol, der "Süddeutschen Zeitung" vom Mittwoch. China hingegen sei mit seinen Programmen, Strom aus erneuerbaren Quellen sowie aus Kernkraft zu gewinnen und Effinzienzstandards zu verschärfen, bereits auf einem guten Weg. Das Land könnte 2020 zum Spitzenreiter im internationalen Klimaschutz werden. Die Wirtschaftskrise biete den Industrieländern eine "einmalige Gelegenheit", ihren Energiesektor zu reformieren, sagte Birol. Der Verbrauch an fossilen Brennstoffen und damit der Ausstoß von CO2 werde im Jahr 2009 um drei Prozent sinken, viele Investitionen seien wegen der Rezession verschoben worden. Auf ein Signal vom Kopenhagener Klimagipfel im Dezember hin könnten die Investoren beginnen, ihr Geld in umweltfreundlichere Technik umzulenken. Die Anfang der 70er Jahre gegründete IEA berät ihre 28 Mitgliedsländer, darunter auch Deutschland, in Fragen der Energieversorgung, Wirtschaftsentwicklung und des Umweltschutzes. (gw/ao) |




