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Verlagsmitarbeiter aus Hongkong war 2015 in Thailand verschwunden

Stockholm (AFP) - China soll den Dissidenten Gui Minhai freigelassen haben. Der Mitarbeiter eines Peking-kritischen Verlags aus Hongkong, der die schwedische Staatsbürgerschaft hat, sei nach Angaben chinesischer Behörden frei, teilte am Dienstag eine Sprecherin des schwedischen Außenministeriums mit. Nähere Angaben machte sie nicht. Gui war 2015 während eines Urlaubs in Thailand verschwunden - mutmaßlich wurde er vom chinesischen Geheimdienst verschleppt. Der 53-Jdhrige ist Autor mehrerer Bücher über die chinesische Führung.

 

Guis Tochter Angela Gui äußerte Zweifel an seiner Freilassung. Weder sie noch ein anderes Mitglied der Familie oder des Freundeskreises seien kontaktiert worden, erklärte sie. "Es ist immer noch sehr unklar, wo er ist. Ich bin um sein Wohlergehen zutiefst besorgt."

Gui war im Januar 2016 im chinesischen Staatsfernsehen mit einem "Geständnis" vorgeführt worden, wonach er sich wegen eines Verkehrsunfalls vor elf Jahren in China gestellt habe. Insgesamt waren fünf Verlagsmitarbeiter verschwunden. Vor allem der Fall des 65-jdhrigen Lee Bo, der vermutlich direkt aus Hongkong verschleppt wurde, hatte für Empörung gesorgt.

Peking garantiert der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong noch bis zum Jahr 2047 einen Sonderstatus nach dem Prinzip "Ein Land, zwei Systeme". Chinesische Sicherheitskräfte haben gemäß dieser Vorgabe offiziell nicht das Recht, in Hongkong zu agieren.