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Fluchtwelle nach Kämpfen zwischen Rebellen der muslimischen Minderheit und Armee

Bangkok (AFP)  yb/cp - Wegen neuer Kämpfe zwischen Myanmars Armee und Rebellen der Rohingya sind mehr als 18.000 Angehörige der muslimischen Minderheit ins Nachbarland Bangladesch geflohen. In den vergangenen sechs Tagen seien 18.500 Rohingya aus dem westlichen Bundesstaat Rakhine über die Grenze gekommen, sagte der zuständige Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Chris Lom, am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. In Bangladesch leben bereits etwa 400.000 Rohingya.

 

Die genaue Zahl der neu eingetroffenen Flüchtlinge sei schwer zu beziffern, weil viele Rohingya sich womöglich nicht bei den Behörden in Bangladesch registrieren lassen werden, sagte IOM-Sprecher Lom. Außerdem saßen weitere Rohingya, die in das Nachbarland wollten, noch auf der myanmarischen Seite der Grenze fest. Am Dienstag hatten die örtlichen Behörden ihre Zahl auf mindestens 6000 beziffert.

Die Gewalt in Myanmars westlichem Bundesstaat Rakhine war am Freitag eskaliert, nachdem Rohingya-Rebellen Polizei- und Armeeposten im Norden der Provinz angegriffen hatten. UN-Generalsekretär Antonio Guterres und das UN-Flüchtlinghilfswerk UNHCR forderten Bangladesch am Dienstag dazu auf, Flüchtlingen aus Myanmar Schutz zu gewähren.

   Weite Teile der buddhistischen Mehrheit in Myanmar betrachten die Rohingya als illegale, staatenlose Einwanderer aus Bangladesch, obwohl viele von ihnen schon seit Generationen in Myanmar leben. Die in bitterer Armut lebenden Muslime gelten als eine der am meisten verfolgten Minderheiten der Welt.