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Gericht sieht keine Verantwortung für Tod von Gelbhemden 2008

Bangkok (AFP) jm/cp - Neun Jahre nach einem blutigen Polizeieinsatz gegen Regierungsgegner in Bangkok hat Thailands oberstes Gericht den damaligen Regierungschef Somchai Wongsawat und drei weitere Angeklagte freigesprochen.

 

Die Behörden hatten damals die Verantwortung gehabt, die Proteste aufzulösen, da die Demonstranten nicht friedlich geblieben seien, urteilte das Gericht am Mittwoch. Neben Somchai waren auch der damalige Vize-Ministerpräsident und frühere Regierungschef Chavalit Yongchaiyudh sowie zwei ranghohe frühere Polizeibeamte angeklagt.

Bei den Protesten im Jahr 2008 waren die Einsatzkräfte massiv gegen Angehörige der monarchistischen Gelbhemden-Bewegung vorgegangen, die vor allem von Vertretern der traditionellen thailändischen Eliten unterstützt wird. Zwei Menschen wurden dabei getötet. Sowohl Somchai als auch Chavalit sind Anhänger des 2006 als Regierungschef gestürzten Thaksin Shinawatra, der von den sogenannten Rothemden unterstützt wird. Anhänger der Rothemden sind zumeist Landbewohner aus dem vergleichsweise armen Norden Thailands.

Im Jahr 2010 wurden bei der Niederschlagung von Protesten der Rothemden 90 Menschen getötet und fast 2000 weitere verletzt. Im Mai 2014 |übernahm die Armee die Macht und setzte die Verfassung außer Kraft.